Öffentlicher Schuldenstand

Für die budgetäre Notifikation an die Europäische Kommission Ende September 2021 (Mitteilung von öffentlichem Defizit/Überschuss und öffentlichem Schuldenstand in Zusammenhang mit den Maastrichter Konvergenzkriterien) berechnete Statistik Austria die Daten für das Jahr 2020 gemäß den Kategorien des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2020 somit auf 315,6 Mrd. Euro bzw. 83,2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 35,1 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert, die Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP) erhöhte sich gleichzeitig um 12,7 Prozentpunkte. Die stärkste Erhöhung in absoluten Zahlen 2020 stammte aus dem Bundessektor, vor allem bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten), wo es durch diverse Corona Hilfsmaßnahme zu einem sehr starken Anstieg an Verbindlichkeiten kam. Ein leichter Gegentrend in diesem Teilbereich stellten die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket dar, wo es zu einer weiteren Reduzierung an Verpflichtungen kam. Auch im Landes-und Gemeindesektor führte die Corona Krise zu einem Anstieg an Verbindlichkeiten. Ebenso stiegen im Sozialverssicherungssektor die Verbindlichkeiten zu Jahresende an. Dieser Anstieg hängt mit dem Zeitpunkt der Pensionsauszahlungen zusammen und betrifft nur kurzfristige Finanzierungen.

Von der Art der Verschuldung entfielen im Jahr 2020 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen, 266,5 Mrd. Euro auf Anleihen und 47,4 Mrd. Euro auf Kredite.

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand

Die Staatsverschuldung betrug zum Stichtag 30. Juni 2021 nach Berechnungen von Statistik Austria 334,7 Mrd. Euro oder 86,2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit war sie um 7,4 Mrd. Euro höher als am Ende des Vorquartals (Q1/2021); die Schuldenquote (öffentliche Schulden im Verhältnis zum BIP) fiel jedoch in diesem Zeitraum auf Grund eines starken BIP Anstiegs um 0,8 Prozentpunkte.

Die COVID-19-Krise belastet den österreichischen Staatshaushalt weiterhin massiv. Da die meisten Corona-Hilfspakete (Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss, Umsatzersatz etc.) auf Bundesebene finanziert werden, kam es auch in diesem Teilbereich zum stärksten Anstieg an Verbindlichkeiten.

Darüber hinaus gab es auch eine Erhöhung an Verbindlichkeiten in allen anderen Teilsektoren (Landesektor, Gemeindesektor, Sozialversicherungssektor), wobei es im Sozialversicherungssektor unterjährig durch kurzfristige Finanzierungen zu starken Schwankungen kommt.

Öffentlicher Schuldenstand
Öffentlicher Schuldenstand nach Teilsektoren des Staates und Bundesländern
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand mit Sondereffekten des Bankenpakets
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand, 1. Quartal 2000 - 2. Quartal 2021

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1.Quartal 2000 bis 2.Quartal 2021


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