Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet, war die Neugründungsrate
2009 im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008-Abschnitte G-S,
ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“) im Durchschnitt erwartungsgemäß
höher (7,5%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F: 5,8%). Auf Ebene
der einzelnen Abschnitte waren hohe Anteile an Neugründungen in den
Wirtschaftsbereichen „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“
(10,6%), „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (8,1%), sowie „Verkehr“
bzw. „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (je 8,0%) zu verzeichnen.
Die niedrigsten Neugründungsraten lagen in den Wirtschaftsbereichen
„Herstellung von Waren“ (4,1%) und „Bergbau“ (4,9%) vor. In
absoluten Zahlen fanden sich die meisten Neugründungen in den Branchen
„Handel“ (5.355), „Freiberufliche/technische Dienstleistungen“
(5.147) und „Beherbergung und Gastronomie“ (3.579) wieder.
Eine Auswertung der Neugründungen nach Rechtsform zeigt, dass die Mehrheit (68,7%) der im Berichtsjahr
2009 neu gegründeten Unternehmen Einzelunternehmen waren (19.205).
4.867 (17,4%) waren Kapitalgesellschaften, weniger häufig wurden neue
Unternehmen in Form von Personengesellschaften und anderer Rechtsformen
(3.898 bzw. 13,9%) gegründet. Die Neugründungsrate war bei den Einzelunternehmen
mit 7,2% am höchsten (Kapitalgesellschaften: 6,1%, Personengesellschaften
und andere Rechtsformen: 6,8%). Es wurden gleich viele Arbeitsplätze
pro neu gegründetem Unternehmen bei Kapitalgesellschaften bzw. bei
Personengesellschaften und anderen Rechtsformen geschaffen, nämlich
durchschnittlich 3,5. Bei Einzelunternehmen lag die durchschnittliche
Beschäftigtenzahl pro Neugründung bei 1,9.
Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklasse spiegeln die überwiegend kleinbetriebliche
Struktur der österreichischen Wirtschaft wieder: Mehr als die Hälfte
der neu gegründeten Unternehmen (51,2%) wurde 2009 mit 0 unselbständig
Beschäftigten gegründet. Weitere 41,1% der Neugründungen hatten zwischen 1 und 4 unselbständig
Beschäftigte bei der Gründung; nur 5,1% bzw. 2,6% wurden mit zwischen
5 und 9 bzw. mit 10 und mehr unselbständig Beschäftigten gegründet.
Beim Unternehmensbestand hingegen dominierten Unternehmen mit zwischen
1 und 4 unselbständig Beschäftigten (41,4%), erst an zweiter Stelle
folgen jene mit keinen unselbstständig Beschäftigten (37,7%).
Im Bundesländervergleich hatte Wien 2009 mit 23,1% den größten
Anteil an Unternehmensneugründungen. Das zweitstärkste Gründungsgeschehen
war in Niederösterreich (17,0%) und das drittstärkste in der Steiermark
(14,8%) zu verzeichnen. Gemessen am Anteil der aktiven Unternehmen waren
die Neugründungsraten in den Bundesländern Steiermark (7,5%), Niederösterreich
(7,4%) und Burgenland (7,3%) höher als im Durchschnitt. Niedrigere
Neugründungsraten entfielen auf die Bundesländer Wien und Kärnten
(je 6,5%).
Die Ergebnisse nach Geschlecht (nur bei Einzelunternehmen) zeigen, dass sich 63,7% der neu gegründeten Einzelunternehmen
im Jahr 2009 in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Gründungrate
bei von Frauen gegründeten Unternehmen lag jedoch mit 9,2% höher als
diejenige der von Männern gegründeten Einzelfirmen (6,4%).
Entwicklung der Neugründungen im Zeitverlauf
(2004 bis 2009)
Die Anzahl der Neugründungen ging
von 2004 auf 2009 um 2,0% zurück. Die wenigsten Neugründungen fanden
im Wirtschaftskrisenjahr 2008 (26.330) statt; die höchste Neugründungszahl
wurde im Jahr 2005 (29.608) erreicht. Vergleicht man die Entwicklung
in diesem fünfjährigen Beobachtungszeitraum nach Wirtschaftsbereichen, können Zuwächse an Neugründungen in
folgenden Branchen beobachtet werden: „Bergbau“ (+58,3%), „Grundstücks-
und Wohnungswesen“ (+35,9%), „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+32,3%)
sowie „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (+16,7%). Im Bereich
„Energieversorgung“ (-26,9%) hingegen war der stärkste Rückgang
zu verzeichnen. Was die Verteilung der Neugründungen nach Rechtsform betrifft, zeigt sich, dass die als Einzelunternehmen
bzw. Personengesellschaften (und andere Rechtsformen) gegründeten neuen
Unternehmen über die Jahre zurückgingen (-6,6% bzw. -8,3%), während
die Anzahl der neu gegründeten Kapitalgesellschaften im Durchschnitt
stark anstieg (+30,2%). Nach Beschäftigtengrößenklasse ergab sich bei Neugründungen
mit 0 unselbständig Beschäftigten im Berichtszeitraum ein Rückgang
von 13,0%, während die Anzahl der Neugründungen mit 1 bis 4 bzw. mit
5 bis 9 unselbständig Beschäftigten deutlich anstieg (+14,2% bzw.
+10,6%). Bei neu gegründeten Unternehmen mit 10 und mehr unselbstständig
Beschäftigten war von 2004 auf 2009 nur ein geringer Anstieg bemerkbar
(+0,3%). Im Bundesländervergleich
wiesen Salzburg (+8,7%), Tirol (+4,1%) und Oberösterreich (+3,5%) im
Zeitverlauf die stärksten Zuwächse bei Neugründungen auf, während
in Wien (-13,1%), Kärnten (-2,8%) oder Vorarlberg (-2,5%) weniger Unternehmen
gegründet wurden. Nach dem Geschlecht (bei Einzelunternehmen) betrachtet, sank die Anzahl
der durch Männer gegründeten Einzelunternehmen im Zeitverlauf um 11,9%,
während jene der Frauen-Gründungen um 4,4% zulegte.