Der Produktivitätsindex je unselbständig Beschäftigten auf Basis 2005 erreichte im Jahresdurchschnitt 2011 in den Bereichen Industrie und Bau (ÖNACE B - F) insgesamt 114,0 Punkte und stieg damit gegenüber dem Jahr 2010 um 3,8%. Der Produktivitätsindex je geleisteter Arbeitsstunde erzielte in derselben Berichtsperiode 115,5 Punkte und stieg damit um 4,0% gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres.
Aktuelle Detailergebnisse finden Sie in den nachstehenden Tabellen, wobei die Indexwerte neuberechnet ab Jänner 1996 nach der ÖNACE 2008 ausgewiesen werden bzw. von Jänner 2000 bis Dezember 2008 auch nach der ÖNACE 2003 zur Verfügung stehen.
Der Produktivitätsindex ist neben dem Produktionsindex ein häufig benutzter Indikator zur Beobachtung und Beurteilung der laufenden wirtschaftlichen Entwicklung. Unter Produktivität wird generell die statistische Beziehung zwischen dem Produktionsergebnis (Output) und dem Einsatz (Input) eines Produktionsfaktors verstanden. Je nachdem, welchen Produktionsfaktor man wählt, erhält man verschiedene Arten der Produktivität (z.B. Arbeitsproduktivität, Kapitalproduktivität, Bodenproduktivität), die jeweils die Effizienz des Einsatzes eines Produktionsfaktors darstellen sollen.
Die Produktivitätsindikatoren
mit der neuen Basis 2005 werden für den Produzierenden Bereich auf Ebene der Abteilungen, Abschnitte und Unterabschnitte B bis F der ÖNACE sowie für 5 Hauptgruppen (Zusammenfassung von Wirtschaftszweigen, die überwiegend Vorleistungsgüter, Energie, Investitionsgüter, Gebrauchsgüter oder Verbrauchsgüter produzieren) errechnet und produziert. Erste vorläufige Ergebnisse werden 85 Tage nach Ablauf der Berichtsperiode veröffentlicht, endgültige Ergebnisse im September bzw. Oktober des dem Berichtsjahr folgenden Jahres. Die genauen Zeitpunkte können dem Veröffentlichungskalender entnommen werden. Die aktuellen Werte werden monatlich auch in der Datenbank ISIS publiziert.
Von den verschiedenen Produktivitätskennzahlen ist jene der Arbeitsproduktivität die wichtigste und gebräuchlichste. Und obgleich die Arbeitsproduktivitäten keine kausale, sondern eine rein funktionale Beziehung zwischen dem Produktionsergebnis und dem Arbeitseinsatz darstellen und daher nur bedingt eine Aussage über die ökonomische Zurechnung der Produktion zum Faktor Arbeit zulassen, zählen diese Kennzahlen zu den wichtigen Indikatoren der kurz- und mittelfristigen Konjunktur- und Wirtschaftsbeobachtung. Sie bieten einerseits einen Maßstab für den Leistungsstand einer Volkswirtschaft, denn je leistungsfähiger und entwickelter eine Wirtschaft ist, desto mehr Güter und Leistungen vermag sie mit einem bestimmten Einsatz von Arbeitsinput zu produzieren. Andererseits lassen sich aus der Arbeitsproduktivität unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Lohn- und Preisstatistiken Rückschlüsse auf Produktionskosten und die Verteilung des Produktionsertrages ziehen.
Arbeitsproduktivitäten sind Indikatoren mit langjähriger Tradition, deren Wurzeln in Österreich bis in die erste Nachkriegszeit zurückreichen. Ihre Verwendung gibt aber immer wieder Anlass zu kritischen Auseinandersetzungen. Für die Interpretation der Indexergebnisse ist es daher unumgänglich, dass sich die Datennutzer darüber bewusst sind, dass jeder Index nur eine vereinfachte Darstellung der Realität ist und bestimmte Effekte die Indexergebnisse verzerren können. Da die Produktion nicht auf die gesamte Produktionsmittelkombination, sondern jeweils nur auf einen Faktor bezogen wird, dürfen Produktivitätskennzahlen nicht kausal interpretiert werden. Eine Steigerung der Arbeitsproduktivität bedeutet keineswegs, dass der höhere Produktionsausstoß allein durch die Mehrleistung der Beschäftigten bedingt ist. Der höhere Output könnte etwa teilweise oder ganz auf einen – in diesem reduzierten Modell nicht berücksichtigten und zum Teil auch nicht quantifizierbaren – Effekt wie höheren Kapitaleinsatz, technischen Fortschritt, Innovation (technisch/organisatorisch), Strukturveränderungen, geänderte Rechtsnormen oder geänderte Produktqualität zurückzuführen sein.
Die derzeit auf Basis 2005 berechneten Produktivitätsindizes stützen sich auf monatliche Konjunkturindikatoren des Produzierenden Bereiches, und zwar zum einen auf den Produktionsindex (der mit der Basis 2005 methodisch neu berechnet wurde, siehe hierzu die Beschreibungen zum Thema Produktionsindex) und zum anderen auf ausgewählte Arbeitsinputindikatoren (Beschäftigtenindex, Index der geleisteten Arbeitsstunden). Damit bestimmen die monatlich gemeldeten Produktions- und Arbeitseinsatzdaten auch die Repräsentativität und den Umfang der Produktivitätsindikatoren als eine aus diesen beiden Quellen abgeleitete Größe. Datengrundlage für die Konjunkturindikatoren des Produzierenden Bereiches bildet die seit 1996 in monatlichen Abständen durchgeführten Konjunkturerhebungen im Produzierenden Bereich.
Durch die grundlegenden Revisionen der wirtschaftsstatistischen Klassifikationen im Rahmen der „Operation 2007“ und die Novellierung der nationalen Konjunkturstatistik-Verordnung ergaben sich für die Konjunkturerhebungen im Produzierenden Bereich ab dem Berichtsjahr 2008 einige erhebliche Änderungen, die auch bei der Indexberechnung entsprechend methodisch berücksichtigt werden mussten, wie z.B. wie z.B. die Umstellung der ÖNACE 2003 auf ÖNACE 2008 mit Hilfe von Konversionsfaktoren (PDF 205KB), Neuabgrenzung der Erfassungsbereiche bzw. Berücksichtigung von neuen Meldeschwellen ab Berichtsmonat Jänner 2008. Nähere Details wurden in den Statistischen Nachrichten 07/2009 (PDF 546KB) veröffentlicht.
Die Produktivitätsberechnungen beruhen auf der Ermittlung von Quoten aus Produktion und Arbeitseinsätzen, wobei für die Outputseite der Produktionsindex und für die Arbeitseinsätze Messzahlen der unselbständig Beschäftigten bzw. der geleisteten Arbeitsstunden verwendet werden. Für die Berechnung der Produktion je geleisteter Arbeitsstunde wird jeweils der unbereinigte Produktionsindex verwendet, da dadurch als Pendant zur Arbeitsstundenmesszahl die tatsächlich in der Berichtsperiode erbrachte Produktion berücksichtigt wird, während auf die unselbständig Beschäftigten der Produktionsausstoß arbeitstägig bereinigt bezogen wird. Um verlässliche Angaben des Produktionsausstoßes je unselbständig Beschäftigtem bzw. je geleisteter Arbeitsstunde zu gewährleisten, müssen die Datengrundlagen für die Indexberechnung auf umfassenden Produktions- und Arbeitsinputdaten aufbauen. Gleichzeitig sollen sie untereinander eine weitgehende Entsprechung und Homogenität aufweisen. Da beide Größen aus einer gemeinsamen monatlich durchgeführten Erhebung hervorgehen, ist eine weitgehende Übereinstimmung der Daten grundsätzlich vorhanden.
Bei der Heranziehung des arbeitstägig bereinigten Produktionsindex zur Berechnung der
„Produktivitätsindex je unselbständig Beschäftigten“ gilt es
zu berücksichtigen, dass es aufgrund der durchgeführten EU-harmonisierten
Bereinigung methodisch begründet bei den bereinigten Indexreihen mit
jedem neuen Berichtsmonat zu geringfügigen Abweichungen der kompletten
Zeitreihen kommen kann. Die Bereinigungsschritte erfolgen nach EU-harmonisierten
Vorgaben unter Anwendung des Programmes X
Gemäß der EU-Verordnung über Konjunkturstatistiken sind alle 5 Jahre – d.h. in den auf 0 und 5 endenden Jahren – die in der Verordnung vorgesehenen Konjunkturindikatoren auf eine neue Basis zu stellen.
Vorläufig werden nur unentgeltlich verfügbare Daten angeboten, weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Datenbank!