Arbeitskostenindex

Der arbeitstägig bereinigte Arbeitskostenindex (AKI) der gesamten erfassten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008) stieg im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal vorläufig um 5,2% an. Diese Erhöhung setzt sich zusammen aus dem Anstieg der Bruttolöhne und –gehälter um 5,0% und der indirekten Arbeitskosten um 6,2%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde. Im zweiten Quartal 2021 ist der AKI um -1,7% zurück gegangen.

Hinweis: Seit März 2020 gibt es bedingt durch die Corona-Pandemie entsprechende Reaktionen am Arbeitsmarkt wie Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Empfehlungen zu Überstunden- und Urlaubsabbau, Quarantäne und ähnliches. Solche Reaktionen und die staatliche Kurzarbeitsbeihilfe führen teilweise zu starken Bewegungen bei den Arbeitskosten und den geleisteten Arbeitsstunden. Die Kurzarbeitsbeihilfe (zur Reduktion der Arbeitskosten) kann teilweise erst verzögert mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) bearbeitet und ausbezahlt werden. Das AMS stellt diese Daten monatlich zur Verfügung und sie beinhalten zum Teil auch Beihilfen, die mehrere Monate zurückliegen. Dies und eine bessere Verteilung der Beihilfe zwischen der Indexreihe der Bruttolöhne und -gehälter und der indirekten Arbeitskosten (Methodenaktualisierung mit diesem Quartal), hat in einigen Abschnitten eine höhere Revision als gewohnt, zurück bis zum ersten Quartal des Vorjahres, bedingt (Beschreibung des Revisionsablaufs siehe nachfolgende Info).

Info: Die Veränderungsraten des aktuellen Quartals sind vorläufig und können mit der Publikation des nachfolgenden Quartals revidiert werden. Zusätzlich werden jeweils im dritten Quartal die Indexwerte bis zum ersten Quartal des Vorjahres auf Grund der Verfügbarkeit endgültiger Daten aus dem Vorjahr revidiert.

Produzierender Bereich +4,6% (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008)

Im Produzierenden Bereich sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, relativ zum Vorjahresquartal, im Abschnitt mit den meisten Beschäftigten „Herstellung von Waren“ (C) mit 5,0% am stärksten angewachsen (Löhne und Gehälter +5,3%, indirekte Arbeitskosten +0,5%). Beim „Bau“ (F) und im Abschnitt „Energieversorgung“ (D) wurden ähnliche Anstiege der Arbeitskosten mit 4,4% bzw. 3,6% verzeichnet. In den weiteren Abschnitten wurden geringere Bewegungen erfasst: beim „Bergbau“ (B) 2,2% und in der „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (E) 0,7%.

Index ohne Prämien

Der arbeitstägig bereinigte Index ohne Prämien stieg im Produzierenden Bereich, relativ zum Vorjahresquartal, um 4,6% an und ist somit gleich stark gestiegen wie der Index inklusive Prämien.

Info: Prämien sind definiert als Entlohnungen, welche nicht mit jeder Lohn- oder Gehaltsperiode bezahlt werden (z.B. 13. und 14. Monatsgehalt, Sonderzahlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit) sowie freiwillige Abfertigungen (z.B. Golden Handshake).

Dienstleistungsbereich +5,5% (Abschnitte G-S der ÖNACE 2008)

Abschnitte G-N der ÖNACE 2008 +7,2%

Im Abschnitt mit den meisten Unternehmen und Beschäftigten, „Handel“ (G), ist der vorläufige Arbeitskostenindex, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 7,9% angestiegen (Löhne und Gehälter +7,3% und indirekte Arbeitskosten +9,5%). Die stärkste Bewegung war im Bereich „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (N) mit einem Zuwachs von 15,2% messbar. Dieser starke Anstieg war mitunter bedingt durch einen Rückgang des AKIs im Vorjahresquartal (3. Quartal 2020) um -3,9%. Auch bei der „Beherbergung und Gastronomie“ (I) wurde mit 10,8% ein starker Zuwachs verzeichnet, der wiederum unter anderem durch einen Rückgang im Vorjahresquartal bedingt wurde. Im Abschnitt „Freiberuflichen/technischen Dienstleistungen“ (M) wurde ebenfalls ein kräftiger Anstieg mit 7,4% erfasst. Die übrigen Abschnitte weisen moderate Zuwächse zwischen 4,1% (Abschnitt K - „Finanz- und Versicherungsleistungen“) und 2,7% (Abschnitt H - „Verkehr“) auf. Ein Rückgang der Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde wurde nur im Abschnitt „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (L) mit -3,5% beobachtet.

Abschnitte O-S der ÖNACE 2008 +2,7%

Der arbeitstägig bereinigte Index der Abschnitte O-S erhöhte sich relativ zum Vorjahresquartal um 2,7% (Bruttolöhne und –gehälter +2,0%, indirekte Arbeitskosten +5,0%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde).

Hinweis: Die Abschnitte H bis N und P bis S weisen aktuell keinen signifikanten arbeitstägigen Effekt auf, folglich sind bis zur möglichen Bereinigung der betreffenden Abschnitte die unbereinigten und die arbeitstägig bereinigten Reihen ident.

Info: Die Berechnung des Arbeitskostenindex beruht neben Administrativdaten auch auf statistischen Erhebungen, daher unterliegen die Indexwerte einer gewissen Zufallsschwankung. Diese ist im Dienstleistungsbereich vorrangig durch die Schwankungsbreite der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bestimmt.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse des Arbeitskostenindex aller EU-Mitgliedstaaten und von anderen teilnehmenden Ländern (aktuell Island, Norwegen, UK und Serbien) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank („Arbeitskosten“ > „Arbeitskostenindex“ > „Indizes von Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 Tätigkeit - nominaler Wert, Vierteljährliche Daten (lc_lci_r2_q)“)

Ergebnisse im Überblick: Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Zusammenfassung B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der Zusammenfassung O-S der ÖNACE 2008
Arbeitskostenindex insgesamt ohne Prämien für den Produzierenden Bereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008


Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 1 71128-7070 
FAX: +43 1 71128-7728 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9.00 - 16.00 Uhr