Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung - Österreichergebnisse (LGR)

Laut den Ergebnissen der zweiten Vorausschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR), welche von der STATISTIK AUSTRIA Anfang Februar 2012 erstellt wurde, erhöhte sich das reale landwirtschaftliche Einkommen (gemessen als preisbereinigtes Faktoreinkommen je Arbeitskraft) in Österreich im Jahr 2011 um 16,1%, nach einem Wachstum um 13,6% im Jahr 2010. Der Einkommensanstieg je Arbeitskraft resultierte aus einer Zunahme des Faktoreinkommens (nominell: +16,9%, real: +14,4%) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,5%).

Der Anstieg des landwirtschaftlichen Einkommens im Jahr 2011 basierte in erster Linie auf dem kräftigen Zuwachs des Werts der landwirtschaftlichen Produktion (+13,5%), der seinerseits vor allem auf hohe Erntemengen und gestiegene Preise in der tierischen Produktion zurückzuführen war. So nahm der Wert der pflanzlichen Erzeugung infolge des deutlich gestiegenen Produktionsvolumens um 18,7% zu. In der tierischen Erzeugung stieg der Produktionswert bedingt durch die höheren Preise in Verbindung mit einer leichten Ausweitung des Produktionsvolumens - den vorläufigen Berechnungen zufolge - um 10,4%. Den höchsten Beitrag zum Anstieg des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts lieferte der Weinbau, gefolgt vom Getreidebau sowie der Rinderhaltung und der Milchproduktion.

Gleichzeitig fielen auch die Produktionskosten erheblich höher aus als 2010. Lt. ersten Berechnungen erhöhte sich der Aufwand der Landwirtschaft für Vorleistungen um 10,9%, wofür zu einem guten Teil die kräftige Verteuerung von Düngemitteln, Treibstoffen und Futtermitteln maßgeblich war. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen stiegen um 3,2%.

Die bei der Berechnung des Faktoreinkommens berücksichtigten Förderungszahlungen („Gütersubventionen“ und „sonstige Subventionen“) nahmen im Vorjahresvergleich in Summe um 1,4% ab.

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2011“ (PDF, 1 MB).

Methodische Hinweise zur LGR

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) wird gemäß der derzeit gültigen Methodik für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung in der Europäischen Union (Verordnung (EG) Nr. 138/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates) erstellt.

Die LGR-Verordnung verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten u.a. zur Erstellung von zwei Vorausschätzungen. Der gegenständlichen zweiten Vorausschätzung für 2011 liegt die mit Anfang Februar 2012 verfügbare Datenbasis zugrunde. Wie bei den Vorausschätzungen für die vergangenen Jahre sei auf den vorläufigen Charakter der Berechnungsergebnisse hingewiesen, der darauf zurückzuführen ist, dass zum Zeitpunkt der Erstellung der zweiten Vorausschätzung bei den meisten Basisstatistiken noch keine endgültigen Jahresdaten zur Verfügung stehen bzw. einzelne Datenquellen für das Berichtsjahr überhaupt noch nicht verfügbar sind. Unsicherheiten betreffen u.a. die Entwicklung der Aufwendungen für Vorleistungen.

Semi-definitive LGR-Daten für 2011 liegen im Juli 2012, definitive Daten im Juli 2013 vor. Da laufend aktuell verfügbare Daten in das Berechnungssystem eingearbeitet werden, sind jedoch auch bereits fertig gestellte Berichtsjahre gegebenenfalls Revisionen unterworfen.

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung - Bundesländerergebnisse (Regionale LGR)

Vom Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft stammen rd. drei Viertel aus den drei Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. 2010 trug Niederösterreich 32%, Oberösterreich 23% und die Steiermark 20% zum heimischen Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs bei. Das Burgenland und Kärnten steuerten jeweils 6%, Tirol 5% und Salzburg 4% bei. Die Anteile Vorarlbergs und Wiens beliefen sich auf jeweils rd. 2%.

Die regionalen Schwerpunkte in der landwirtschaftlichen Produktion spiegeln sich in der unterschiedlichen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts in den einzelnen Bundesländern wider. So entfällt im Burgenland, in Niederösterreich und in Wien mehr als die Hälfte des Produktionswerts auf die pflanzliche Erzeugung, wobei der Schwerpunkt Pflanzenbau in Wien und im Burgenland besonders ausgeprägt ist. In den anderen Bundesländern dominiert die tierische Erzeugung. Auch die Bedeutung der nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten ist regional sehr unterschiedlich mit den höchsten Anteilen in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Kärnten.

Infolge der unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte sowie lokaler Besonderheiten und Einflüsse (wie Witterungsverläufe), aber auch bedingt durch verschiedene Ausgangssituationen, die ihrerseits durch die Entwicklung in den vorangegangenen Jahren geprägt sind, entwickelt sich der landwirtschaftliche Gesamtproduktionswert in den einzelnen Bundesländern im Allgemeinen unterschiedlich. Nachdem 2009 in allen Bundesländern Rückgänge beim landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswert zu verzeichnen gewesen waren, nahm dieser 2010 in sieben Bundesländern wieder zu. Die höchsten Zuwachsraten wurden lt. den vorläufigen Ergebnissen der Regionalen LGR in Niederösterreich (+11,6%), in der Steiermark (+9,3%) sowie im Burgenland (+9,0%) erzielt. Einen Rückgang beim landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswert wiesen hingegen Vorarlberg (-2,0%) und Kärnten (-1,7%) auf.

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen stieg im Vorjahresvergleich in allen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg (-8,1%) und Salzburg (-5,5%). Positive Spitzenreiter waren Niederösterreich (+19,5%) und die Steiermark (+17,4%).

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2010“ (PDF, 2 MB).

Methodische Hinweise zur Regionalen LGR

In Ergänzung zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für Österreich, welche die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft auf nationaler Ebene abbildet, stellt die Regionale LGR Indikatoren über die ökonomische Lage in der Landwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt Disparitäten zwischen den Bundesländern auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft.

Die Ergebnisse der Regionalen LGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2010 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen LGR vom Juli 2011 konsistent sind. Die Berechnungen erfolgten erstmals gemäß der neuen Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2, wobei auch Rückrechnungen für die Berichtsjahre 1995-2009 vorgenommen wurden.

Da die regionalen Daten im Unterschied zur nationalen LGR nicht mehrmals jährlich aktualisiert werden, kann es gegebenenfalls zu Abweichungen gegenüber den aktuellen LGR-Ergebnissen auf Bundesebene kommen.

    
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Regionale LGR: Zusammensetzung des Produktionswerts des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2010HTMLPDFXLSX
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Regionale LGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2010HTMLPDFXLSX


LGR: Entwicklung des Produktionswerts, der Bruttowertschöpfung und des Faktoreinkommens 2001 bis 2011

LGR: Zusammensetzung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2011

Regionale LGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2010


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