Krebsinzidenz im Überblick

Im Jahr 2009 wurden in Österreich bei 37.039 Menschen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, 19.626 bei Männern und 17.413 bei Frauen. Bei 10.426 Männern und 9.121 Frauen führte eine Krebserkrankung im Jahr 2009 zum Tod, damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Tendenziell gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko zurück.

2009 gab es etwas weniger Inzidenzfälle als 2008 (37.992 Neuerkrankungen) und um 4% mehr als vor zehn Jahren (35.475 Neuerkrankungen). Bei den Männern haben die Neuerkrankungen von 2008 auf 2009 um 2% abgenommen. Im Vergleich zu 1999 stieg die die Zahl der Neuerkrankungen der Männer um 7% an. Bei den Frauen zeigt sich gegenüber 2008 ein Rückgang um 3% bzw. eine Zunahme um 2% gegenüber 1999.

Im langfristigen Trend zeigen sich unter Berücksichtigung der Veränderung der Altersstruktur bei den Männern nach einer Zunahme bis ins Jahr 2003 nun Werte, die deutlich unter denen von 1999 (306,9 pro 100.000 der Bevölkerung) liegen. Bei den Frauen ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten gewesen. Im Vergleich zu 1999 hat die altersstandardisierte Inzidenzrate um 6% abgenommen. Auch kurzfristig betrachtet zeigen sich bei beiden Geschlechtern deutliche Änderungen der Erkrankungsrate. Die altersstandardisierte Krebsinzidenzraten der Männer und der Frauen sanken 2009 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um jeweils 4%. Das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, war im Jahr 2009 unter Zugrundelegung der altersspezifischen Erkrankungsverhältnisse von 2009 bei Männern 1,4 Mal so hoch wie bei Frauen bzw. lagen sie bei 32,9% und 23,3%.

Die häufigste Krebserkrankung bei den Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2009 mit 4.881 Fällen absolut (bzw. 73,5 Fällen pro 100.000 Männer). Davor lag der Lungenkrebs an der Spitze der diagnostizierten Krebsleiden, wobei der Zeitpunkt der „Ablöse“ zwischen den Bundesländern stark variiert. Ein besonders kontinuierlich starker Rückgang ist bei bösartigen Neubildungen des Magens evident. Dieser Rückgang ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen sichtbar und epidemiologisch mit der veränderten Ernährung aber auch mit verbesserter Lagerhaltung und Kühltechnik zu erklären. Andere Krebsarten zeigen eher geringe Schwankungen. Die Zunahme der Anzahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen bei den Männern ist im Beobachtungszeitraum 1983 bis 2009 fast ausschließlich auf die steigende Zahl an Erkrankungen der Prostata zurückzuführen. Bei den Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste Lokalisation, wobei der Anteil der an Brustkrebs erkrankten Frauen gegenüber 2008 leicht zurück gegangen ist (im Jahr 2009: 4.955 Fälle bzw. altersstandardisiert 69,4 Fälle pro 100.000 Frauen). Die altersstandardisierte Rate der Neuerkrankungen an Brustkrebs ging in den letzten zehn Jahren um 5% zurück. Die Zunahme der Inzidenzen von Brust- und Prostatakrebs der vergangenen Jahre ist zu einem großen Teil auf die vermehrt durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen („Screening-Effekt“).

Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen eignen sich besonders altersstandardisierte Raten, um die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Ohne diese Korrektur würden in Regionen mit einer älteren Bevölkerung von vornherein mehr Krebserkrankungen aufgezeichnet werden. Bei den regionalen Unterschieden spielen auch regionale Screening Programme sowie die Meldefrequenz der Krankenanstalten eine Rolle. Tirol wies im Jahresdurchschnitt 2007-2009 die höchste altersstandardisierte Rate auf (314,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), gefolgt von Kärnten (302,1 Neuerkrankungen) und der Steiermark (298,3 Neuerkrankungen). Die geringsten altersstandardisierten Inzidenzraten wurden in Salzburg und in Wien verzeichnet (238,9 bzw. 251,3 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner).

Bei der häufigsten Krebsneuerkrankung der Männer, dem Prostatakrebs, waren im Jahresdurchschnitt 2007-2009 die Bundesländer Vorarlberg (105,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer), Kärnten (89,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) und Oberösterreich (88,9 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) am stärksten betroffen. Die wenigsten Neuerkrankungen wurden in Wien und in Salzburg (62,3 bzw. 64,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) verzeichnet. Beim Brustkrebs, der häufigsten Krebsneuerkrankung der Frauen, führen Kärnten, Salzburg und Tirol die Statistik an (81,2, 80,2 und 78,3 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen), am wenigsten betroffen waren Wien und Niederösterreich (61,1 bzw. 67,6 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen). Bei den bösartigen Neubildungen des Kolorektums waren in der Steiermark und Niederösterreich die meisten Fälle zu verzeichnen (35,1 bzw. 33,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner). Die wenigsten bösartigen Neubildungen des Kolorektums wurden unter Berücksichtigung der Altersstruktur der Bevölkerung in Wien verzeichnet (27,3).

Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. In die Ergebnisse zum Tumorstadium werden zusätzlich zu den Neuerkrankungen auch jene Fälle, die sich in einem Krebs-Vorstadium befinden, einbezogen, die Carcinoma in situ (CIS). Im Jahr 2009 gab es 3.355 CIS-Fälle. Die Grundgesamtheit der nachfolgenden Ergebnisse zu den Tumorstadien setzt sich aus der Zahl der Neuerkrankungen (37.039) und den CIS-Fällen zusammen und beträgt somit 40.394 Fälle. Im Jahr 2009 wurde etwa knapp ein Drittel aller Tumoren diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt war (lokalisiertes Tumorstadium: 32,5%). Knapp ein Fünftel der Diagnosen wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium: 18,9%). Bei weiteren 10,4% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium). Systemische Erkrankungen, d.h. bösartige Neubildungen der lymphatischen und blutbildenden Organe, sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 5,6% aller Tumoren 2009 aus. 24,4% der Tumoren konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren (16,4%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium vorlag (8,0%). Die restlichen 8,3% machten Carcinoma in situ-Fälle aus.

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Krebsinzidenz (Neuerkankungen pro Jahr) nach Lokalisationen und Geschlecht, Österreich seit 1983XLSX


Die häufigsten Tumorlokalisationen nach Geschlecht &x28;2009&x29;


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