Erwerbspersonen

Die laut Volkszählung 2001 rund 3.987.000 Erwerbspersonen können nach beruflichen Merkmalen wie Stellung im Beruf, ausgeübter Beruf und wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschrieben werden.

Die Entwicklung der Erwerbsstruktur war in den vergangenen Jahrzehnten durch die zahlen- und anteilsmäßige Abnahme der Selbständigen und der Mithelfenden sowie die Zunahme der Angestellten gekennzeichnet. Seit 1991 hat sich jedoch die Zahl der Selbständigen nicht weiter verringert, sondern sogar leicht erhöht. Das leichte Plus bei den Selbständigen geht jedoch ausschließlich auf die Entwicklung in Wirtschaftsbereichen außerhalb der Land- und Forstwirtschaft zurück.

In der Land- und Forstwirtschaft ist die Beschäftigung insgesamt seit 1991 um rund 30% (-65.000 Erwerbspersonen) zurückgegangen. Laut Volkszählung 2001 waren 3,9% der Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft bzw. Fischerei (ÖNACE-Abschnitte A und B) tätig. 1,1 Mio. Personen (27,7%) arbeiteten im Produktionsbereich, 2,7 Mio. (67,8%) waren im Dienstleistungssektor tätig. Auch im produzierenden Bereich nahm die Zahl der Berufstätigen ab, und zwar um 13% (-169.000 Erwerbspersonen). Im Dienstleistungsbereich hingegen ist seit 1991 die Zahl um 17% (+384.000 Personen) gestiegen.

Parallel zur Entwicklung nach Wirtschaftszweigen ist auch Zahl und Anteil der landwirtschaftlichen Fachkräfte gesunken. Rückgänge zeigen sich auch bei den eher traditionellen Produktionsberufen, die in der Hauptgruppe „Handwerksberufe“ zusammengefasst sind. Deutliche Zunahmen sind bei den Angestellten- und Selbständigenberufen mit höherer Qualifikation zu beobachten, vor allem den in der Hauptgruppe 2 unter dem Begriff „Wissenschaftler“ zusammengefassten akademischen Berufen.

Unterschiedliche berufliche Strukturen nach dem Gescblecht

Frauenbeschäftigung konzentriert sich stark auf den Dienstleistungssektor und auf Dienstleistungsberufe. Daher sind Frauen auch häufiger im Angestelltenverhältnis tätig als Männer: Von den 1,77 Mio. berufstätigen Frauen waren laut Volkszählung 2001 60,1% Angestellte, Vertragsbedienstete im öffentlichen Dienst oder Beamtinnen, gegenüber 44,9% der Männer. Jede vierte Frau war Arbeiterin (27,6%), 7,8% waren selbständig erwerbstätig, (darunter 21.600 Werkvertragnehmerinnen) und 1,3% Mithelfende im Familienbetrieb (22.500). 44.000 junge Frauen (2,5%) standen in einer Lehrlingsausbildung. In Arbeiterberufen verrichten Frauen großteils angelernte oder Hilfsarbeit, weniger als ein Viertel sind Facharbeiterinnen. Weibliche Lehrlinge waren zu etwa gleichen Teilen in Angestellten- bzw. Arbeiterberufen tätig.

Auch bei den 2,22 Mio. erwerbstätigen Männern stellen die Angestellten mit 44,9% die größte Gruppe. Der anteilsmäßige Abstand zu den Arbeitern ist allerdings kleiner als bei den Frauen. 39,5% der Männer sind ihren Angaben zufolge als Arbeiter tätig, 11,2% sind selbständig. 3,4% (75.000) standen in einer Lehrlingsausbildung. Mithilfe im Familienbetrieb kommt bei Männern eher selten vor, die Zahl der Werkvertragnehmer (16.900) ist geringer als bei den Frauen. Unter den Arbeitern stellen die Facharbeiter mit 53,5% die größte Gruppe. Männliche Lehrlinge werden mehrheitlich in Arbeiterberufen ausgebildet.

Auf die Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft entfallen bei Männern und Frauen etwa gleich hohe Anteile (3,7% bzw. 4,0%), ansonsten ist die Verteilung auf einzelne Branchen und somit auch auf die Sektoren sehr unterschiedlich. Der Anteil der im Dienstleistungssektor arbeitenden Männer liegt bei knapp unter drei Fünftel (58,2%), bei den Frauen hingegen schon bei vier Fünftel (79,7%). Bedeutendster Arbeitgeber für Frauen ist – in dieser Gliederung nach Abschnitten - der Handel mit einem Anteil von 19,6% an den Erwerbspersonen, gefolgt vom Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (13,7%) und der Sachgütererzeugung (12,5%). Von den berufstätigen Männern arbeitet knapp unter ein Viertel (23,7%) in der Sachgütererzeugung. 14,4% haben einen Arbeitsplatz im Handel bzw. der Reparatur von KFZ und Gebrauchsgütern; weitere 12,1% sind im Bauwesen tätig.

Die Ergebnisse der Volkszählung 2001 nach der Berufsgliederung ISCO 88 (COM) bestätigen auch, dass Frauen seltener in Führungspositionen aufsteigen als Männer. In der Hauptgruppe 1, die leitende Positionen umfasst, finden sich 10,8% der Männer, aber nur 4,8% der Frauen. Auch sonst wird wiederum die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes sichtbar. 41,5% der Frauen, aber nur 14,8% der Männer arbeiten in Dienstleistungsberufen oder als Bürokräfte, 5% gegenüber 34% der Männer in Handwerksberufen oder in der Bedienung von Anlagen und Maschinen. Frauen sind auch häufiger als Hilfsarbeitskräfte eingestellt, auf der anderen Seite haben sie allerdings auch ein leichtes „Übergewicht“ bei den „Wissenschaftlern“ (Lehrberufe) und den professionalisierten Berufen (hier vor allem durch Krankenpflegeberufe).

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Ergebnisse im Überblick: Erwerbspersonen nach Beruf und wirtschaftlicher ZugehörigkeitHTMLPDFXLS
Erwerbspersonen nach Stellung im Beruf und Geschlecht 1951 bis 2001HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 1971 bis 2001 nach Beruf (Berufssystematik ÖBS) und GeschlechtHTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 1951 bis 2001 nach Geschlecht und wirtschaftlicher ZugehörigkeitHTMLPDFXLS
Teilzeitbeschäftigte 1991 und 2001 nach Geschlecht und beruflichen MerkmalenHTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach Stellung im Beruf bzw. sozioökonomischer Zugehörigkeit, Geschlecht und BundesländernPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach Beruf und Bundesländern (Insgesamt)HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach Beruf und Bundesländern (Männer)HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach Beruf und Bundesländern (Frauen)HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach wirtschaftlicher Zugehörigkeit und Geschlecht (Österreich)HTMLPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach wirtschaftlicher Zugehörigkeit und Geschlecht (Bundesländer)XLS
Erwerbspersonen 2001 nach Stellung im Beruf bzw. sozioökonomischer Zugehörigkeit, Staatsangehörigkeit und GeschlechtPDFXLS
Erwerbspersonen 2001 nach Beruf, Staatsangehörigkeit und GeschlechtHTMLPDFXLS


Erwerbspersonen 1951 bis 2001 nach Stellung im Beruf

Sektorenstruktur der Erwerbspersonen 1951 bis 2001

Erwerbspersonen nach Berufabteilungen 1971 bis 2001


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