Aus demographischer Sicht sind zwei Komponenten für
die Veränderung der Bevölkerungszahl verantwortlich: die Geburtenbilanz
(Saldo aus Geburten und Sterbefällen) und die Wanderungsbilanz (Saldo
aus Zu- und Wegzügen). Das Bevölkerungswachstum Österreichs der vergangenen
zwei Jahrzehnte war dabei in erster Linie auf die positive Wanderungsbilanz
zurückzuführen. Insbesondere zwischen 1989 und 1993 sowie zwischen
2001 und 2005 verzeichnete Österreich besonders starke Wanderungsgewinne.
Die weitgehend ausgeglichene Geburtenbilanz trug dagegen vergleichsweise
wenig zum gegenwärtigen Bevölkerungswachstum bei.
Aktuelle Jahresergebnisse
Im Jahr 2010 wuchs die Bevölkerung Österreichs um
rund 0,3% (knapp 29.000 Personen), wobei der Bevölkerungszuwachs hauptsächlich
auf den positiven Wanderungssaldo zurückzuführen war. Auf Bundesländer-Ebene
zeigten sich jedoch gewisse Unterschiede: In den Bundesländern Vorarlberg
(0,3%) und Oberösterreich (0,1%) resultierte das Bevölkerungswachstum
hauptsächlich aus der positiven Geburtenbilanz während der Wanderungssaldo
weitgehend ausgeglichen war. In Tirol und in Salzburg trugen die Geburtenüberschüsse
und Wanderungsgewinne zu annähernd gleichen Teilen zum Anstieg der
Bevölkerungszahl bei. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Bundesländer
Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten negative Geburtenbilanzen,
die jedoch – mit Ausnahme von Kärnten, das 2010 auch eine negative
Wanderungsbilanz verzeichnete – durch die teilweise starken Wanderungsgewinne
(+0,7% im Burgenland und +0,4% in Niederösterreich) mehr als ausgeglichen
wurden. In Wien ging das starke Bevölkerungswachstum von +0,9% –
ähnlich wie im Bundesdurchschnitt – hauptsächlich auf das Konto
der positiven Wanderungsbilanz.