Vergleicht man die Ergebnisse des Produzierenden Bereichs (ÖNACE 2003 C bis F) mit den Ergebnissen
des Dienstleistungsbereichs
(Abschnitte G bis K der ÖNACE 2003), so fällt auf, dass knapp mehr
als vier Fünftel (80,4%) der Unternehmen im Dienstleistungsbereich
(inkl. Handel) tätig sind. Dieser stetig wichtiger werdende Bereich
entwickelte sich in den vergangenen Jahren sehr dynamisch und bietet
immer mehr Personen einen Arbeitsplatz. 2007 waren im Dienstleistungsbereich
(inkl. Handel) nahezu 1,7 Mio. Personen beschäftigt (1995 waren es
rd. 1,2 Mio.), davon 625.000 alleine im Handel. Nur rund 57.700 Unternehmen
sind in Österreich in der Produktion (ÖNACE 2003 C bis E) und im Bauwesen (ÖNACE 2003 F) zu finden. Allerdings beschäftigten
diese sehr traditionellen Säulen der heimischen Wirtschaft zusammen
ca. 937.000 Personen und erwirtschafteten 2007 einen Umsatz von beinahe
215 Mrd. Euro. Allein im Bau waren 2007 rund 262.000 Personen beschäftigt.
Gemessen an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten entfielen 2007
42,1% auf den Produzierenden Bereich und 57,9% auf den Dienstleistungsbereich.
Bei den Bruttoinvestitionen hatten die Dienstleistungen mit einem Anteil
von knapp drei Viertel (73,4%) ein deutliches Übergewicht. Dies war
u.a. auf die hohen Investitionstätigkeiten im Abschnitt „Realitätenwesen,
Unternehmensdienstleistungen“ (vor allem bei den Leasingunternehmen)
zurückzuführen, der mit 17,1 Mrd. € etwa 42,4% der gesamten Bruttoinvestitionen
tätigte.
Das Wirtschaftswachstum entwickelte sich seit dem Beitritt Österreichs
zur Europäischen Union insgesamt beständig, jedoch mit Schwankungen
in einzelnen Branchen im Zeitverlauf. Innerhalb des Bereiches Industrie
(ÖNACE 2003 C bis E) gab es 2008 Wachstumsimpulse gegenüber dem Vorjahr
in den Branchen „Sonstiger Fahrzeugbau“ (+57,2%), „Kokerei, Mineralölverarbeitung “
(+28,1%), „Tabakverarbeitung“ (+13,2%), Rückgewinnung“ (+12,3%),
„Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau“ (+10,6%) und
dem „Maschinenbau“ (+10,2%). Während der Großhandel ein leichtes
Wachstum von 1,3% gegenüber dem Vorjahr aufwies, stagnierte der Einzelhandel
bei 0,3%. Der Dienstleistungsbereich (inkl. Handel) zeigte größtenteils
eine leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr, nur die Branchen
„Kfz-Handel; Reparatur v.Kfz; Tankstellen “ (-1,4%), „Landverkehr;
Transport in Rohrfernleitungen“ (-0,1%) und der „Flugverkehr“
(-2,6%), „Nachrichtenübermittlung“ (-1,7%) und „Mit dem Kredit-
u.Vers.w.verbund.Tätigk.“ (-0,2%) trübten die sonst durchwegs leicht
positive Entwicklung ein wenig.
Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftsbereiche nach ÖNACE-Abschnitten, so zeigt sich,
dass 2007 auf die „Sachgütererzeugung“ (ÖNACE 2003 D) mit 29,7% der höchste
Wertschöpfungsanteil (Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten) aller Produktions-
und Dienstleistungsbetriebe entfiel. In diesem Bereich wirtschafteten
2007 28.844 Unternehmen. Mit einem Anteil von 26,1% waren in der Sachgütererzeugung
auch die meisten unselbständig Beschäftigten tätig, dies waren in
absoluten Zahlen ausgedrückt 616.221 Personen. Die Zahl der Beschäftigten
insgesamt (Selbständige und Unselbständige) betrug 2007 in der Sachgütererzeugung
638.050. Gemessen an der Anzahl der Unternehmen hatte der Bereich „Realitätenwesen, Unternehmensdienstleistungen“ (ÖNACE 2003
K) die meisten Unternehmen (nämlich 86.957), dicht gefolgt vom Bereich Handel (ÖNACE
2003 G) mit 80.145 Unternehmen und rund 625.273 Beschäftigten insgesamt.
Seit 1995 konnten die ÖNACE 2003 Abschnitte C-Bergbau und Gewinnung
von Steinen u. Erden (+141,4%), E-Energie- und Wasserversorgung (+140,2%),
I-Verkehr und Nachrichtenübermittlung Ihre Umsätze mehr als verdoppeln,
während der ÖNACE 2003 Abschnitt K - Realitätenwesen, Unternehmensdienstl.
(+206,2%) diese sogar verdreifachen konnte. Im Beherbergungs- und Gaststättenwesen waren 2007 46.392 Unternehmen
tätig, die 247.543 Personen beschäftigten.
Im Branchenvergleich ergibt sich bei der Analyse der
Variable Umsatz
pro Beschäftigtem folgendes Bild: Während im Österreichschnitt
ein durchschnittlicher Umsatz pro Beschäftigtem von 234.981 Euro erzielt
werden konnte, betrug dieser in der Energie- und Wasserversorgung 761.942
Euro, im Bereich Kredit- und Versicherungswesen 589.834 und im Handel
334.526 Euro. Hingegen konnten 2007 im Beherbergungs- und Gaststättenwesen
nur 55.372 Euro Umsatz pro Beschäftigtem erwirtschaftet werden.
Die Industrie (ÖNACE 2003 C bis E) lag 2007 hinsichtlich der Bruttowertschöpfung
pro Beschäftigtem mit rund 81.300 Euro deutlich über jener
des Bauwesens
mit nur ca. 52.100 Euro. Die insgesamt umsatzstärksten Branchen in
der Industrie waren die „Energieversorgung“ (22,8 Mrd. Euro) und
der „Maschinenbau“ (20,1 Mrd. Euro), gefolgt von „Herstellung
von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ (15,1 Mrd. Euro). Den höchsten
durchschnittlichen Umsatz pro Unternehmen verzeichnete in diesem Wirtschaftsbereich
mit 139,8 Mio. Euro und einer durchschnittlichen Zahl von 145 Beschäftigten
die Branche „Erdöl- und Erdgasbergbau“.
Die Bereiche Handel (ÖNACE 2003 G) und Dienstleistungen (ÖNACE 2003 H bis K) erwirtschafteten im
Jahr 2007 mit rund 45.300 Euro im Handel und rund 62.800 Euro bei den
Dienstleistungen eine niedrigere Bruttowertschöpfung pro Beschäftigtem
als die Industrie (81.300). Im Dienstleistungsbereich verzeichneten
die Unternehmen der Branche „Versicherungswesen“ mit 253,2 Mio.
Euro den höchsten durchschnittlichen Umsatz pro Unternehmen und mit
404 Beschäftigten pro Unternehmen die höchste Beschäftigtendichte.
Gemessen an den Umsatzerlösen befindet sich das „Versicherungswesen“
mit 18,0 Mrd. Euro an vierter Stelle nach dem „Kreditwesen“, das
mit 51,2 Mrd. Euro die umsatzstärkste Branche des Dienstleistungsbereichs
war, gefolgt von den Branche „Erbringung von unternehmensbezogenen
Dienstleistungen“ und „Hilfs- u. Nebentätigkeiten f. d. Verkehr;
Reisebüros “ mit 28,6 Mrd. Euro bzw. 19,4 Mrd. Euro an Umsatzerlösen.
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