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Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Februar 2010

Nach Redaktionsschluss

Kommentierte Kurzdarstellung aktueller Bevölkerungs-, Sozial- und Wirtschaftsdaten für Österreich mit teilweise internationalem Vergleich.

Statistik kurz gefasst

Fünf übersichtliche Tabellenseiten bieten ein umfassendes Spektrum aktueller Daten in Zeitreihenform sowie teilweise auch internationalen Vergleichen.

Bevölkerung

Außenwanderungen 2008

Für 2008 zeigt die aus den Daten des Zentralen Melderegisters erstellte Wanderungsstatistik 110.074 Zuzüge aus dem Ausland und 75.638 Wegzüge ins Ausland. Der Wanderungssaldo Österreichs mit dem Ausland betrug somit +34.436 Personen oder rund 4‰ der Wohnbevölkerung. Die Netto-Zuwanderung entsprach nahezu exakt dem Wert des Vorjahres (2007: +34.731), blieb aber deutlich unter den Ergebnissen von 2004 (+50.826) und 2005 (+44.332). Der Saldo bei Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft war mit -4.976 dem langjährigen Trend entsprechend auch 2008 negativ. Der Wanderungssaldo der nichtösterreichischen Staatsangehörigen belief sich hingegen auf +39.412 Personen und entsprach somit nahezu exakt dem Wert des Jahres 2007 (+39.144). Die Staatsangehörigkeiten der Zuwanderer unterstreichen den Anstieg der Wanderungsverflechtungen mit anderen EU-Staaten, wogegen Wanderungen aus Nicht-EU-Staaten bereits seit einigen Jahren an Bedeutung verlieren. So entfielen 2008 zwei Drittel (+25.706 Personen) des Wanderungsgewinns bei ausländischen Staatsangehörigen auf die (erweiterte) EU. Regional betrachtet bestätigte sich wiederum die Dominanz Wiens als Ziel internationaler Zuwanderung. Knapp zwei Fünftel des Wanderungssaldos mit dem Ausland (39% bzw. +13.262 Personen) entfielen allein auf die Bundeshauptstadt. Die höchsten Salden nach Wien wiesen Oberösterreich (+4.976), Niederösterreich (+4.442) und die Steiermark (+3.552) auf. Innerhalb der Bundesländer konzentrierte sich die internationale Zuwanderung vor allem auf die Landeshauptstädte und ihre Umländer, in Tirol, Salzburg und Kärnten auch auf touristisch geprägte Regionen sowie in Niederösterreich auf das südliche Wiener Umland.

Die Kurzzeit-Migration mit Aufenthalten zwischen drei und zwölf Monaten macht einen sehr wesentlichen Bestandteil des Migrationsgeschehens in Österreich aus. Zwar sind ihre Auswirkungen auf den Wanderungssaldo auf etwa 5% begrenzt, doch ergeben sich bei den Wanderungsströmen Anteilswerte von rund einem Fünftel bei den Zuzügen sowie rund einem Drittel bei den Wegzügen. Ein Weglassen dieser bedeutenden Wanderungsbewegungen würde daher ein erheblich verzerrtes Bild der Migration von und nach Österreich liefern.

Binnenwanderung in Österreich 2008

Die aktuellen Ergebnisse der Wanderungsstatistik zeigen, dass Wanderungsströme einen wesentlichen Einfluss auf die regionale Bevölkerungsverteilung in Österreich ausüben. Dabei wirken internationale und interregionale Migration zusammen, wobei die Binnenwanderungen quantitativ weitaus bedeutsamer sind. Seit 2002 haben mehr als 2,8 Mio. Menschen (34,5% der Bevölkerung) mindestens einmal ihren Hauptwohnsitz innerhalb Österreichs verlegt; allein im Jahr 2008 waren es knapp 620.000 Personen (7,4%). Der größte Teil der Binnenwanderungen verläuft über kurze Distanzen, zumeist innerhalb von Gemeinden oder zwischen den Gemeinden desselben Politischen Bezirks. Dennoch konzentrieren sich die Wanderungsgewinne besonders in den strukturstarken Verdichtungsräumen Österreichs, wogegen in peripheren Regionen im allgemeinen Wanderungsverluste überwiegen. Durch die Größe Wiens als Millionenstadt und die funktionalen Verflechtungen mit den angrenzenden Regionen sind die Wanderungsgewinne im Osten Österreichs größflächiger ausgeprägt als im übrigen Bundesgebiet. Die Binnenwanderung betrifft vor allem junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren sowie in der überwiegenden Mehrzahl österreichische Staatsangehörige, wenngleich die relative Wanderungshäufigkeit bei ausländischen Staatsangehörigen oder im Ausland geborenen Personen größer ist.

Wissenschaft und Technologie

IKT-Einsatz in Unternehmen, in Haushalten und von Personen im EU-Vergleich 2009

Computer und Internet sind nicht nur aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken, sie spielen auch im privaten Leben eine immer wichtigere Rolle. Dazu bedarf es modernster Informations- und Kommunikationstechnologien, um alle Vorteile bestmöglich nutzen zu können. Dass die Nutzungsraten solcher Technologien europaweit immer stärker zunehmen, zeigen Ergebnisse, die EU-weit von den nationalen statistischen Ämtern durchgeführt wurden und von Eurostat zur Verfügung gestellt werden. Im Jänner 2009 setzten 96% der Unternehmen in den 27 Mitgliedstaaten der EU Computer ein. Während 93% der Unternehmen in der EU Zugang zum Internet hatten, lag dieser Anteil in Österreich mit 98% über dem EU-27-Schnitt. Breitbandverbindungen wurden EU-weit von 82% und in Österreich von 76% der Unternehmen für den Einstieg ins Netz verwendet. Die häusliche Ausstattung mit Internet erreichte 2009 europaweit mit 65% einen neuen Höchststand, wobei auch die Nutzung von Breitbandverbindungen für den Internetzugang neuerlich gestiegen ist (56%). Sowohl der Anteil der österreichischen Haushalte mit Internet (70%) als auch jener der österreichischen Haushalte mit Breitbandverbindungen für den Einstieg ins Internet (58%) lagen über dem europäischen Durchschnitt.

Bildung und Kultur

Bildungsverhalten Erwachsener im sozialen Kontext - Erwachsenenbildungserhebung 2007 (AES)

(Begutachteter Beitrag)

Nicht alle Bevölkerungsgruppen partizipieren gleichermaßen an Erwachsenenbildung. Um das unterschiedliche Weiterbildungsverhalten der 25- bis 64-Jährigen in Österreich darzustellen, wurden anhand der Angaben über Bildungsteilnahme vier Bildungs- und Lerntypen gebildet: Personen mit hoher Weiterbildungsteilnahme (institutionalisiert), Personen mit Bildungsteilnahme (institutionalisiert), Personen mit ausschließlich informellem Lernen und Personen ohne jegliche Bildungs- und Lernaktivitäten. Analysen zeigen deutliche sozioökonomische Unterschiede zwischen diesen Typen. Das Bild der sogenannten „Weiterbildungsschere“ hat sich auch aktuell in Österreich bestätigt. Als Datengrundlage dient die Erwachsenenbildungserhebung 2007 (AES).

Preise

Verbraucherpreisindex 2005 im Dezember 2009

Die Inflationsrate für Dezember 2009 betrug 1,0% (November 0,7%, Oktober 0,2%) und lag damit etwa auf dem Niveau des 1. Quartals 2009 (durchschnittlich 1,1%). Dafür waren überwiegend die Ausgaben für Wohnen verantwortlich (durchschnittlich +2,4%) sowie die im Zwölfmonatsabstand um 10% höheren Treibstoffpreise (Basiseffekt). Insgesamt erhöhten die Treibstoffpreise die Inflation um 0,35 Prozentpunkte. Preisdämpfend wirkten die Ausgaben für Nahrungsmittel.

Tourismus

Tourismus im Sommerhalbjahr 2009

Die aktuell verfügbare Tourismusstatistik zeigt 61,67 Mio. Nächtigungen in der Sommersaison 2009. Das bedeutet im Vergleich zur Vorjahressaison, der besten Sommersaison seit 2000, ein nur leicht rückläufiges Ergebnis (-1,2%). Nach anfänglichen Nächtigungsabnahmen (-4,9% im Zeitraum Mai bis Juli) legte der österreichische Tourismus in der zweiten Sommerhälfte (August bis Oktober) um 2,5% im Vergleich zur Vorjahresperiode wieder zu. Deutschland als wichtigstes Herkunftsland verzeichnete um 0,7% weniger Nächtigungen.

Verkehr

Güterverkehr in Österreich 2008; Verkehrsträger im Überblick

Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse der Erhebungen zum Straßengüterverkehr österreichischer Unternehmen, zum Schienengüterverkehr auf österreichischem Hoheitsgebiet sowie zum Güterverkehr auf der Donau bezogen auf das Berichtsjahr 2008 einander gegenüber. Dabei zeigt sich eine sehr inhomogene Entwicklung einzelner Bereiche, in welchen sich auch die ersten Auswirkungen der Wirtschaftskrise niederschlugen.

Steuern und Gebarungen

Lohnsteuerstatistik 2008

Im Berichtsjahr 2008 wurden insgesamt 6,235.012 Personen in der Lohnsteuerstatistik registriert, davon 4,016.676 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie 2,218.336 Pensionisten und Pensionistinnen. Im Vergleich zu 2007 erhöhte sich die Zahl der Steuerpflichtigen um 1,9%; die Bruttobezüge stiegen um 5,2% und erreichten ein Volumen von 148.831,8 Mio. €. Das gesamte Lohnsteueraufkommen belief sich auf 22.393,7 Mio. €, um 8,4% mehr als 2007. Etwas mehr als die Hälfte der Steuerpflichtigen (50,5% bzw. 3,150.686) waren Männer, 49,5% bzw. 3,084.326 Frauen. Der Anteil der Männer an der Summe der Bruttobezüge betrug mit 62,9% fast zwei Drittel, an der Summe der Sozialversicherungsbeiträge 63% und an der insgesamt einbehaltenen Lohnsteuer 72,2%. Fast drei Viertel (74%) aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen; knapp unter drei Millionen Personen - hatten ganzjährige Bezüge mit zusammen 91,3% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen;. über eine Million war nicht ganzjährig beschäftigt. Bei ganzjähriger Beschäftigungsdauer mit Vollzeitbeschäftigung betrug der durchschnittliche Jahresbruttobezug der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen österreichweit 39.314 € (Männer: 43.218 €, Frauen: 32.151 €).

Inhaltsverzeichnis Jänner und Februar 2010

Verzeichnis in deutsch und englisch 
 
 
 

    

Kurzzusammenfassung der in den letzten zwölf Monaten in den Statistischen Nachrichten erschienenen Beiträge

Statistische Nachrichten August 2010

Statistische Nachrichten Juli 2010

Statistische Nachrichten Juni 2010

Statistische Nachrichten Mai 2010

Statistische Nachrichten April 2010

Statistische Nachrichten März 2010

Statistische Nachrichten Februar 2010

Statistische Nachrichten Jänner 2010

Statistische Nachrichten Dezember 2009

Statistische Nachrichten November 2009

Statistische Nachrichten Oktober 2009

Statistische Nachrichten September 2009